Biographie

Steffen Wick gehört einer jungen Generation von Komponisten an, die virtuos mit Genregrenzen spielt. Er verknüpft klassische Melodielinien mit filmmusikalischen Stilmitteln und harmonischen Mustern, die aus der Popmusik stammen könnten, zu einer modernen, poetischen Tonsprache. An den Musikhochschulen Stuttgart und München genoss er ein breites Studium in Komposition (Prof. Caspar Johannes Walter), Musiktheorie, Klavier und Neue Medien, das er mit Bestnote abschloss. Seit 2010 vertieft er seine Kompositionsstudien in der Meisterklasse bei Prof. Moritz Eggert. Künstlerische Impulse erhielt er durch Begegnungen mit Steve Reich, Pascal Dusapin, Isabel Mundry und Detlev Glanert.

Im Zentrum von Steffen Wicks kompositorischen Schaffen stehen abendfüllende, spartenübergreifende Konzertprojekte, die er mit seinem künstlerischen Kompagnon Simon Detel unter dem Namen WIDEMUSIC realisiert. So schrieb Steffen Wick die Musik für das Videokonzert »beyond vision«, das 2008 vom Stuttgarter Kammerorchester (Leitung Michael Hofstetter) mit Videoinstallation im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, phaeno Wolfsburg, Kunstverein Stuttgart und Museum für Kommunikation Frankfurt aufgeführt wurde. 2009 erhielt die »Soundtrack Symphony« auf einer schwimmenden Bühne in Heilbronn als Open Air-Konzert mit über 200 Mitwirkenden, Feuerwerk und Lichtshow eine spektakuläre Inszenierung. Das konzertante Hörbuch »Johannes der Träumer« für Sprecher, Instrumentalensemble und Elektronik wurde 2008 mit dem European Art Ensemble (Leitung Bernd Ruf) uraufgeführt. Aktuell arbeitet Steffen Wick an dem Musiktheater »Musicophilia« nach dem gleichnamigen Bestseller des New Yorker Neurologen Oliver Sacks.

 

Steffen Wicks großes Interesse gilt dem Klavier als Klangkörper. Anfang 2010 erschien sein atmosphärisches Debütalbum »PIANO PARTICLES«, auf dem Flügel- und Instrumentalklänge mit subtiler Elektronik verschmelzen. Die Visualisierung zum Eingangsstück »Aero« von Stephen Malinowski/USA wurde beim »Visual Music Award« 2010 im Cocoon Club Frankfurt ausgezeichnet, ausgeschrieben vom Institut für Synästhesie und Neue Medien Frankfurt. Für das Live-Konzert zu »PIANO PARTICLES« entwarf der Designer Marc Engenhart eine Papierinstallation aus 300 einzelnen Papierpartikeln, die den »red dot award: communication design 2011« erhielt. In Licht und Farbe gesetzt wurde die Installation von Chris Becket, der bereits Shows von David Copperfield inszenierte.
Eine tänzerische Umsetzung der »PIANO PARTICLES« erarbeitet der vielfach ausgezeichnete Tänzer & Choreograph Eric Gauthier mit der Gauthier Dance Company, indem er die Bühne augenzwinkernd in ein Labor für philosophisch-naturwissenschaftliche Versuchsanordnungen verwandelt.

Steffen Wicks Konzertwerke reichen von großen Besetzungen (wie »Snap or Clap« für Sinfonieorchester und Jazzcombo) über Kammermusikwerke (wie »Tous les droits« nach einem Text von Paul Eluard für Mezzosopran, Violine und Klavier) bis zu exotischen Zusammenstellungen (wie Auftragskomposition »transborder« für traditionelle koreanische und europäische Instrumente, aufgeführt in Südkorea und Deutschland).
Seine Werke werden unter anderem bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt, im Konzerthaus Berlin, in der Bayerischen Akademie der schöne Künste und von Ensembles wie den Acht Cellisten der Wiener Symphoniker und dem Stuttgarter Kammerorchester interpretiert.